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04.04.2012 | 18:27 | 

Mehr Toleranz und Respekt für die Wohnidylle und Ausgehmeile Altstadt

An einer von der SP Thun organisierten Podiumsdiskussion zeigte sich am Dienstagabend einmal mehr, dass ein Nebeneinander von Wohnen und Ausgehen in der Thuner Altstadt Toleranz und Respekt erfordert. Dass dies nicht einfach ist, zeigte sich an der zeitweise aufgeladenen Stimmung im Freienhofsaal. Neu aufgeworfen wurde der Vorschlag für eine Kulturzone in der Altstadt.

 

Gegen 100 AltstadtbewohnerInnen, Jugendliche, PolitikerInnen und Thuner Verwaltungskader verfolgten am Dienstagabend die Podiumsdiskussion unter dem Titel „Thuner Altstadt – Wohnidylle oder Ausgehmeile“. Moderator Stefan Geissbühler, Chefredaktor beim Thuner Tagblatt, stellte im Verlauf der Diskussion fest, dass die Ansprüche von BewohnerInnen und Barbetreibenden auseinander klaffen. Die Emotionen wogten besonders im Publikum hoch, so dass man sich zeitweise an Mani Matters Lied über die Wilhelm-Tell-Aufführung im Löwen in Nottiswil erinnert fühlte (http://www.youtube.com/watch?v=fsAJcPrsuGI).

 

Gemeinderat Peter Siegenthaler schilderte zu Beginn der Diskussion, dass sich der Gemeinderat eine Koexistenz von Wohnen und Ausgehen in der Altstadt wünsche. „Die mittlere Unzufriedenheit von Anwohnern und Wirten zeigt, dass die Koexistenz einigermassen funktioniert“, stellte Siegenthaler fest. Die beiden Altstadtbewohnenden Lisa Ferrari und Emanuel Peter vertraten die Haltung, dass Ausgehen in der Altstadt Respekt bedinge. „Wenn Leute im Restaurant reden, stört es nicht. Was aber stört, ist „Göisse“, „Chräie“, „Asoode“, fand Emanuel Peter. Für Lisa Ferrari sind die Ansprüche der Ausgehfreudigen in Ordnung; sie stört sich aber an übermässigem Johlen und Grölen. Zudem hat sie das Gefühl, dass sich die Patrouillen des Ordnungsdienstes häufig dort aufhalten, wo gerade kein Problem ist.

 

Eine pointierte Haltung vertrat der Vollblut-Hauptgässler, Architekt und Raumplaner Kasimir Lohner: „Wohnidylle und Ausgehmeile sind für mich kein Gegensatzpaar, sondern die Altstadt ist für mich beides“. Er appellierte an die Hausbesitzer, für eine gute Schalldämmung bei den Fenstern zu sorgen und ihre Liegenschaften gut zu unterhalten. „Ich kann mir gut vorstellen, dass die ekligen Nebenwirkungen zurückgehen würden, wenn man mehr Sorge tragen würde zur Substanz der Altstadt“, untermauerte Lohner seinen Appell. Reto Kupferschmied, Betreiber der Mundwerk-Bar, kann Leute nicht verstehen, die Mitten in der Stadt wohnen gehen, wenn sie Ruhe suchen. „Ich kann als Wirt nicht die ganze Nacht draussen stehen, um für Ruhe zu sorgen“, erklärte Kupferschmied. Unterstützung erhielt er aus den Reihen des Publikums: „Die Beizer können nichts dafür, wenn Leute Sixpacks kaufen und dann wie die Berserker durch die Gassen ziehen.“

 

Einen neuen Vorschlag brachte der junge Architekt Mario Saurer ein: „Ich stelle mir eine Kulturzone Innenstadt vor: 1 cm pro Einwohner, das gäbe 440 Laufmeter Kultur, z.B. die ganze Hauptgasse inklusive Mühleplatz.“ Unter Kulturzone stellt sich Saurer eine Zone mit ermässigten Nachtruhevorschriften an Wochenenden vor, damit das Zentrum zum Treffpunkt wird. Bei den Jugendlichen im Publikum stiess diese Forderung auf Zustimmung, weniger bei Raumplaner Lohner, der eine Ghettoisierung nicht gut fände.

 

Ein Fazit der Veranstaltung ist, dass Wohnen und Ausgehen in der Altstadt weiterhin nebeneinander Platz haben, wenn die Ausgehenden Rücksicht auf die AnwohnerInnen nehmen. Die SP Thun hat dies bereits vor zwei Jahren in einem Positionspapier festgehalten. Weitere Schlussfolgerungen des Abends sind, dass alle involvierten Kreise mehr miteinander reden sollten – und dass sich diejenigen, die sich mehr Kultur und weniger Einschränkungen wünschen, zusammenschliessen sollten, um ihre Kräfte zu bündeln.

09.02.2012 | 12:28 | 

SP Thun sagt viermal JA und einmal NEIN

Die SP Thun hat die Parolen für die Abstimmungen vom 11. März gefällt. Zur Annahme empfiehlt sie die Initiative „Schluss mit uferlosem Bau von Zweitwohnungen“, die Initiative „6 Wochen Ferien“, das Bundesgesetz über die Buchpreisbindung und die Regelung der Geldspiele zugunsten gemeinnütziger Zwecke. Klar auf Ablehnung stösst bei der SP Thun die Bauspar-Initiative.

 

„Es geht darum, Bevölkerung, Dörfer, unsere Heimat zu schützen“, erläuterte Gemeinderätin Marianne Dumermuth an der gut besuchten Mitgliederversammlung der SP Thun die Initiative „Schluss mit uferlosem Bau von Zweitwohnungen“. Auf Zustimmung stosse die Initiative bei breiten Bevölkerungsschichten auch deshalb, weil die vielen Zweitwohnungen in Tourismusgebieten die Landschaft verschandeln und damit den Tourismus auf lange Sicht gefährden, führte Dumermuth weiter aus. Die SP Thun empfiehlt denn auch die Initiative einstimmig zur Annahme.

 

Wiederum einstimmig fällten die SozialdemokratInnen die Nein-Parole zur Bauspar-Initiative. Alt Stadt- und Grossrat Christoph Müller betonte, dass diese Initiative nur denjenigen etwas nütze, denen es schon gut gehe. „Die Kantone verlieren Steuereinnahmen von Wohlhabenden, die sie dann bei allen anderen wieder eintreiben müssen“, erläuterte Müller. Aus der Versammlung war zu hören, dass es nicht angehe, bereits Privilegierten zulasten aller anderer weitere Privilegien zuzugestehen.

 

Ein klares Ja resultierte aus der Diskussion über die Initiative „6 Wochen Ferien“. Gewerkschafter und Stadtrat Martin Allemann führte mit einem kräftigen Votum aus, dass bei Annahme der Initiative vor allem diejenigen gewinnen, die heute noch nicht einmal fünf Wochen Ferien haben. „Von mehr Ferien profitiert auch die Allgemeinheit; denn Ferien bauen Stress ab und verhindern damit psychische Erkrankungen“, schloss Allemann sein Referat.

 

Eine einfache Aufgabe zu bewältigen hatte Gewerbeinspektor Reto Keller bei der Vorstellung des Bundesbeschlusses zur Regelung der Geldspiele zugunsten gemeinnütziger Zwecke. Im Parlament war die Vorlage unbestritten, der Ständerat stimmte ihr sogar einstimmig zu, nun ebenso die Thuner SP-Mitglieder. „Die neue Regelung ist konkreter gefasst als die geltende Bestimmung und nimmt bei der Spielsucht-Prävention neben dem Bund neu auch die Kantone in die Pflicht“, erklärte Keller.

 

Umstritten war an der Mitgliederversammlung der SP Thun einzig die Buchpreisbindung. Für die einen handelt es sich um übertriebenen Heimatschutz, für die anderen steht die kulturelle Vielfalt auf dem Spiel. Die Versammlung fällte nach längerer Diskussion mit 20:3 Stimmen bei 5 Enthaltungen die Ja-Parole.

19.10.2011 | 19:19 | 

SP Thun hat Verständnis für die Emmi-Areal-BesetzerInnen

Die SP Thun spricht sich für ein vielfältiges kulturelles Leben in Thun aus. Dazu
gehören auch Freiräume für Jugendliche. Deshalb hat der Vorstand der SP
Thun Verständnis und grosse Sympathien für das Kollektiv A-Perron, das auf
dem Emmi-Areal ein Gebäude besetzt hat.

Seitdem die kulturelle Vielfalt im Selve-Areal ein Ende gefunden hat, droht Thun zu
einer kulturellen Wüste zu werden. Besonders davon betroffen sind Jugendliche. In
den Lokalen in der Innenstadt müssen sie sich an viele Regeln halten, die zwar verständlich sind, aber einschränkend wirken. Durch die Schliessung des Kulturlokals
„The Rock“ an der Burgstrasse geht Ende Oktober ein wichtiges Angebot verloren.
Es wäre deshalb an der Zeit, dass sich der Thuner Gemeinderat strategische Gedanken
zur kulturellen Vielfalt in Thun macht.
Der Vorstand der SP Thun ist erfreut darüber, dass engagierte Jugendliche das Heft
selber in die Hand nehmen und einen aktiven Beitrag dazu leisten, das kulturelle Angebot
für Jugendliche zu verbessern. Dass die Jugendlichen hierzu auf dem Emmi-
Areal ein Gebäude besetzt haben, ist deshalb für den Thuner SP-Vorstand verständlich.
Jugendliche suchen Freiräume und haben nun offenbar einen gefunden, wenn
auch voraussichtlich nicht für lange Zeit. Der SP-Vorstand hofft, dass sich das Kollektiv
A-Perron mit der Credit Suisse über einen Mietvertrag einigen kann. Damit kann
der Freiraum in geordnete legale Bahnen gelenkt werden, wobei auch Sicherheitsfragen
gelöst werden können.
Besonders erfreut ist der SP-Vorstand über den Willen des Kollektiv A-Perron, durch
einen eigens aufgebauten Sicherheitsdienst Vandalismus zu verhindern. Die Jugendlichen
stellen so unter Beweiss, dass sie Verantwortung übernehmen können. Der
SP-Vorstand ist überzeugt davon, dass sich damit die Jugendlichen viele Sympathien
geholt haben, was die weiteren Gespräche mit der Credit Suisse und der Stadt erleichtern
wird.

 

10.08.2011 | 12:51 | 

SP Thun befürwortet Parkhaus im Schlossberg – aber nicht vorbehaltlos

Die SP Thun will seit Jahren die Fussgängerzone in der Innenstadt ausweiten. Sie unterstützt deshalb ein Parkhaus im Schlossberg, wenn bei dessen Eröffnung wie vorgesehen die meisten oberirdischen Parkplätze in der Innenstadt aufgehoben und die Fussgängerzone erweitert wird. Die SP Thun unterstützt aber ein Parkhaus im Schlossberg nicht zu jedem Preis.

Unabdingbare Voraussetzung für die Unterstützung eines Parkhauses im Schlossberg ist für die SP Thun, dass in der Innenstadt wie geplant oberirdische Parkplätze aufgehoben und umgenutzt werden. Die Umnutzung von Parkplätzen eröffnet Möglichkeiten zu neuen Nutzungen wie Veloparkplätzen, Aussenraum von Gastwirtschaftsbetrieben und Läden sowie Grünflächen. Den definitiven, basisdemokratisch herbeigeführten Entscheid wird die SP Thun erst dann fällen, wenn alle Fakten bekannt sind.

 

Die Finanzierung eines Parkhauses im Schlossberg darf für die SP Thun nicht zulasten des Langsamverkehrs erfolgen. Die SP Thun ist zudem skeptisch, ob ein Parkhaus im Schlossberg zu einer attraktiveren Innenstadt mit besseren wirtschaftlichen Entwicklungsmöglichkeiten führen wird. Sie verweist seit Jahren darauf, dass dasselbe Ziel mit dem Ausweiten der Fussgängerzone erreicht werden könnte. Zudem hängt die Attraktivität der Innenstadt stark von der Qualität und Vielseitigkeit der kommerziellen und kulturellen Angebote in der Innenstadt ab.

 

Die SP Thun ist der Meinung, dass ein Parkhaus im Schlossberg aufgrund der bereits angestellten Kostenschätzungen als überaus mutig zu bezeichnen ist. Dies, weil seine Realisierung die finanziellen Möglichkeiten der Parkhaus Thun AG enorm strapazieren wird. Daran ändert auch der Umstand nichts, dass von Seiten der Stadt Thun sechs Millionen Franken für dieses Parkhaus reserviert sind. Die SP Thun fordert deshalb, dass die neuesten technischen Erkenntnisse aus der Konstruktion von Parkhäusern in das Projekt einfliessen werden, um die Kosten zu senken.

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