Die SP Thun kritisiert die Bezeichnung der neuen Fachstelle Familie im Amt für Bildung und Sport

Avatar of SP ThunSP Thun - 10. Oktober 2019 - Aus dem Präsidium

Medienmitteilung der SP Thun

Die SP Thun nimmt mit Befremden zur Kenntnis, dass die Zusammenlegung der Fachstellen Kinder und Jugend sowie Integration neu mit „Fachstelle Familie“ bezeichnet wird. Diese Bezeichnung erscheint in Anbetracht der diversen, vielfältigen Aufgaben dieser Fachstelle als nicht geeignet und zudem als unzeitgemäss.    

Die Bezeichnung wird dem neuen Integrationsleitbild nicht gerecht, das sich längst nicht ausschliesslich an Bedürfnissen von Familien ausrichtet, sondern auch andere Lebenskonzepte einschliesst.

Die SP Thun ist enttäuscht, dass der Bereich Jugend nun vollständig aus dem Titel gestrichen ist und die Jugendanliegen damit noch mehr marginalisiert werden als bisher. Dies, obwohl im Stadtrat Postulate, die Jugendinteressen mehr Gewicht geben wollen, überwiesen wurden (Erarbeiten eines Jugendleitbildes, Einführung aufsuchende Jugendarbeit). 

Neben der lobenswerten UNICEF-Auszeichnung als kinderfreundliche Gemeinde und den diesbezüglich geplanten Massnahmen fristen die Anliegen Jugendlicher (insbesondere jener in der Phase der Adoleszenz) in der Stadt Thun immer noch ein Schattendasein. 

Mit der Beschränkung auf die Bezeichnung Fachstelle Familie treten damit die unbedingt ausbauwürdigen Angebote für Jugendliche noch mehr in den Hintergrund, z.B.:

-       Fehlende niederschwellige Anlaufstelle für Jugendliche in schwierigen Lebenssituationen

-       Ein Gefäss (beispielsweise eine Jugendkommission), das die Anliegen Jugendlicher stellvertretend und anwaltschaftlich gegenüber der Politik und Behörden vertritt, ist inexistent

-       Ausserschulische sozialpädagogische Ansätze zur Förderung der Selbst- und Sozialkompetenz und im Bereich Konfliktverhalten fehlen

-       Keine jugendspezifische Suchtprävention 

Die SP Thun erwartet, dass sich die neue Fachstelle nicht familienzentriert orientiert, sondern auch die spezifischen Interessen Jugendlicher vermehrt berücksichtigt und im Integrationsbereich den Fokus auch auf Lebensformen ausserhalb der Kernfamilie richtet, zumal dieser Entwurf gesamtgesellschaftlich längst nicht der gelebten Realität entspricht und damit als überholt bezeichnet werden kann.

 

Thun, 17. Oktober 2019
Weitere Auskünfte

-       Alice Kropf, Vizepräsidentin SP Thun, 076 415 55 56
-       Vera Maria Vuille, Vizepräsidentin SP Thun, 079 619 39 96
-       Claudius Domeyer, Präsident SP Thun, 079 270 89 38

http://www.thun.ch/fileadmin/behoerden/stadtrat/media/pdf/vorstoesse/P30-2018.pdf

   http://www.thun.ch/fileadmin/behoerden/stadtrat/media/pdf/vorstoesse/P2-2019.pdf

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